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Nicolaus Seefeld

 

The Hydraulic System of Uxul - Origins, functions, and social setting

Since the inception of Maya studies, the issue of water supply in Classic Maya society has been a matter of controversial debate. Due to the annually recurring dry seasons the availability of water during this period is and has always been problematic. In the light of these conditions, the fact that the pre-Hispanic Maya were able to establish, developed and maintain prosperous urban centres over long periods is hard to explain. 

In order to resolve this open issue, this book aims to explain the water management strategies of the Maya in pre-Hispanic times. To this end, this volume analyses the intricate relationship between the natural environment and the adaptation strategies of the pre-Hispanic population, whose physical remains were documented in the form of hydraulic features. A large section of this book discusses the different forms, functions, and the geographic distribution of the published hydraulic features. The main body of this monograph focuses on the archaeological investigation of the hydraulic system of Uxul, a medium-sized Maya centre in the south of the state of Campeche, Mexico. As many open research questions could be addressed and studied in this site, the hydraulic system of Uxul acted as a central point of reference for the evaluation of the socio-political relevance of water management in the Maya Lowlands. This book identifies both the natural causes for water scarcities and the cultural adaptation strategies that were designed to overcome them. Due to this comprehensive approach, the present book is the most extensive and exhaustive account on the hydraulic features of the Maya Lowlands and thus enables representative statements on the sociopolitical relevance of water management in Classic Maya society. 
 
Deutsche Zusammenfassung
Seit Beginn der Erforschung der Mayakultur ist die Problematik der Wasserversorgung von Mayasiedlungen des zentralen Tieflands während der Klassik Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Obwohl das Großteil des Mayagebiets hohe jährliche Niederschlagsmengen aufweist, ist die Verfügbarkeit von Wasser während der saisonalen Trockenzeiten (Februar bis Mai), zu allen Zeiten problematisch gewesen. Die Frage, wie es die vorspanischen Maya trotz dieser Einschränkungen geschafft hatten prosperierende urbane Zentren zu gründen, auszubauen und über erstaunlich lange Zeiträume hinweg aufrechtzuerhalten konnte bisher nicht zufriedenstellend geklärt werden.
Um diese wichtige Forschungslücke zu schließen, bestand das Ziel des Dissertationsprojektes darin, die Wasserversorgungsstrategien der vorspanischen Maya nachzuvollziehen. Deshalb fokussiert sich die Studie zunächst darauf die kausalen Ursachen für die saisonale Wasserknappheit zu bestimmen und die regionalen Unterschiede in der Verfügbarkeit von Wasser im Mayatiefland herauszuarbeiten. Darauf aufbauend konzentriert sich die Dissertation auf die Formen, den technischen Aufbau, die Funktion und die geografische Verbreitung der unterschiedlichen hydraulischen Anlagen, welche die vorspanischen Maya entwickelt hatten um eine konstante Wasserversorgung ihrer Siedlungen zu gewährleisten. Diese grundsätzlichen Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage für die differenzierte Untersuchung und Bewertung des hydraulischen Systems von Uxul (Campeche, Mexiko).
Zwischen 2009 und 2015 hatte der Autor die Möglichkeit eigene Feldforschungen im Rahmen des Archäologischen Projekt Uxul (Universität Bonn) durchzuführen. Im Laufe mehrerer Feldkampagnen wurden hierbei zahlreiche hydraulische Anlagen archäologisch untersucht. Die gewonnenen Daten wurden genutzt um die Funktion und Entwicklung des hydraulischen Systems zu analysieren und seine Einbettung in die lokale Siedlungslandschaft, die urbane Infrastruktur und die unterschiedlichen Siedlungsbereiche nachzuvollziehen. Da in Uxul viele zuvor ungeklärte Forschungsfragen exemplarisch untersucht werden konnten, diente das hydraulische System von Uxul in Folge als zentraler Bezugspunkt für die Bewertung der soziopolitischen Bedeutung von Wassermanagement im Mayatiefland.
Aufbauend darauf wurden die Daten aus Uxul mit den zuvor bekannten Erkenntnissen aus dem gesamten Mayatiefland verglichen und systematisiert. Diese Untersuchungen ermöglichten eine differenzierte komparative Betrachtung der soziopolitischen Bedeutung von Wassermanagement in der vorspanischen Mayagesellschaft.
 
 
Die Arbeit  ist auch als pdf-Datei bei der ULB Bonn abrufbar.
 
Betreuerin: Prof. Dr. Karoline Noack
 
 
 
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