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Andrea Scholz

Indigene Landrechte und Ressourcenkonflikte in Venezuela. Die Kari’ña in der Reserva Forestal Imataca.

 

In meiner Dissertation untersuche ich Anerkennung indigener Landrechte am Beispiel der Kari’ña von Imataca. Sie leben im Osten Venezuelas in einem Waldschutzgebiet, das offiziell für Holzwirtschaft und inoffiziell für Goldsuche und Rinderzucht genutzt wird. Obwohl sich für die Indígenas auf der legislativen und symbolischen Ebene vieles zum Positiven geändert hat, stockt der Prozess der Vergabe von kollektiven Landtitel. Hier fehlt es nicht nur am politischen Willen. Am Beispiel der Kari’ña werden die Widersprüche deutlich, die der Debatte um indigene Landrechte inhärent sind. Denn obwohl ihr Siedlungsgebiet von Konflikten gekennzeichnet ist, zeigen sie sich (entgegen des gängigen Diskurses in Politik, EZ und Ethnologie) passiv, schlecht organisiert und an einer Verteidigung ihrer Rechte wenig interessiert. In meiner Arbeit analysiere ich die grundlegenden Machtverhältnisse, die hinter diesen Widersprüchen stecken, und reflektiere das damit verbundene Dilemma (aktions-)ethnologischer Arbeit mit marginalisierten Gruppen.

 

Betreuer: Prof. Dr. Nikolai Grube

Förderung: Rosa-Luxemburg-Stiftung

Kontakt: andrea.scho (at) googlemail.com

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