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Christian Petersheim

Landnutzung und Entwaldung: Mensch-Umwelt-Beziehungen im tropischen Maya-Tiefland Mexikos

 

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein besseres Verständnis der wechselseitigen Beziehungen zwischen Landnutzung und Umweltveränderungen in der Montaña-Region im tropischen Tiefland des mexikanischen Bundesstaates Campeche. Die Untersuchungsregion liegt im Randgebiet des Biosphärenreservates Calakmul und innerhalb des mesoamerikanischen Bio-Korridors (Corredor Biológico Mesoamericano), und ist somit Schnittstelle zwischen tropischer Waldzerstörung und internationaler Naturschutzbemühungen. Um erfolgreiche Maßnahmen zum Schutz der Waldbestände und der Artenvielfalt zu entwickeln, ist ein umfassendes Verständnis der komplexen Mensch-Umwelt-Beziehungen notwendig; insbesondere wenn derartige Bemühungen ebenfalls die Verbesserung der Lebensbedingungen der ansässigen Bevölkerung zum Ziel haben.

Das vorliegende Forschungsvorhaben stellt die lokalen Akteure der Waldnutzung in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung: Die in Ejidos organisierte Landbevölkerung, welche nominell über verhältnismäßig großflächige Waldgebiete verfügt. Diese Akteure kombinieren verschiedene Wirtschaftsstrategien, um ihre Existenz zu sichern, wobei in der Wahl und Kombination der Wirtschaftsstrategien ständige Anpassungsprozesse an sich verändernde Rahmenbedingungen festzustellen sind. In vorangegangenen Studien zeigte sich, dass das Fortschreiten der Zerstörung der tropischen Wälder in den sieben Gemeinden der Montaña-Region unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Auch innerhalb der einzelnen Gemeinden gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich des individuellen Beitrags der Akteure zum Erhalt bzw. der Zerstörung der Wälder. Dieser Beitrag hängt davon ab, auf welche Weise die Akteure den Wald wirtschaftlich nutzen. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Ermittlung der kognitiven Organisationsprinzipien, anhand derer verschiedene Akteure in verschiedenen Dörfern ihre wirtschaftlichen Entscheidungen treffen. Ebenso wird untersucht, wie die lokalen Akteure ihre natürliche Umwelt wahrnehmen. Maßnahmen und Projekte zur nachhaltigen Entwicklung und zum Umweltschutz stoßen in verschiedenen Gemeinden und bei einzelnen Akteuren auf unterschiedliche Resonanz, und ziehen zum Teil nicht die erhofften Folgen nach sich. Daher wird auch die Wahrnehmung solcher Maßnahmen zum Forschungsgegenstand. Die vergleichende Studie soll Aufschluss darüber geben, warum einzelne Akteure die gemeinsame Ressource Wald so viel stärker schädigen als andere, warum in einigen Gemeinden die Waldzerstörung deutlich rasanter verläuft als in anderen, und wo Ansatzpunkte existieren, um der Waldzerstörung entgegen zu wirken.

 

Betreuer: Prof. Dr. Nikolai Grube

Förderung: DAAD-Kurzstipendium für Doktoranden

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