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Patrik Kutzer

Protestereignisse in der Türkei – Eine Untersuchung der Symbolwelten unter besonderer Berücksichtigung der Akteursperspektive (Arbeitstitel)

 

Die Protest- und Bewegungsforschung als transdisziplinärer Wissenschaftszweig hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Das liegt vor allem an der Konjunktur politischer und sozialer Bewegungen und Protesten, die sich in Anbetracht der seit den 1980er Jahren anhaltenden Globalisierungswelle und den damit verbundenen globalen Krisen und Problemen verstärkt mobilisieren und deren Themen und Programme sich aus den Problemlagen ableiten. Die Möglichkeit der Akteurinnen und Akteure zur Zusammenarbeit wird durch die Bereitstellung und Verbreitung von Informationen mittels neuer und innovativer Kommunikationstechnologien sowie -medien wie das Web 2.0 und mobile Kommunikationsgeräte gefördert.

Neben politisch-sozialen Statements und Slogans spielen Symbole sowohl offline – face to face – als auch online eine bedeutende Rolle in Protesten. Durch Massenmedien und soziale Netzwerke zirkulieren Symbole heutzutage auf globaler Ebene und sind aus dem politischen Alltag kaum mehr weg zu denken. Als kommunikatives Element vermitteln sie Deutungsschemata und transportieren gesellschaftlich-politische Widersprüche sowie Forderungen nach außen. Zudem stellen sie gemeinsame Identitäten her und integrieren die Akteurinnen und Akteure heterogener Protestgruppen.

Vor allem im Sommer/Herbst 2013 kam es in der Türkei kontinuierlich zu Massenprotesten, die als visuell vielfältig und sehr kreativ beschrieben werden. Die Gezi-Bewegung, richte sich zunächst gegen ein geplantes Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park. Besonders in den Metropolen Istanbul und Ankara aber auch in anderen Großstädten und teilweise auch in ländlichen Gebieten bildete sich breiter Widerstand. 

In Folge dieser Ereignisse entstand eine umfangreiche soziopolitische Symbolwelt, in der ort- und situationsspezifisch Motive gebildet wurden, die teilweise an bereits existierende anknüpften. In meinem Forschungsprojekt beschäftige ich mich mit der Frage, wie die Protestsymbole entstehen, wie sie verwendet werden und welchen Bedeutungsgehalt die Akteurinnen und Akteure ihnen zuschreiben.

 Kutzer

Betreuerin: Prof. Dr. Karoline Noack

Förderung: DAAD Forschungsstipendium

Kontakt: patrikkutzer (at) googlemail.com

Foto: Patrik Kutzer

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