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Teilprojekt: Die Bonner Sammlungen als Forschungsnetzwerk

Im Rahmen des Verbundprojektes: Die Sammlungen – ein Kosmos. Von der Vernetzungswissenschaft Alexander von Humboldts zu objektbasierten Wissensanordnungen im Netzzeitalter beschäftigt sich das Teilprojekt der Bonner Altamerika Sammlung (BASA) mit den Sammlungen von Hermann Trimborn (1901-1986) und Udo Oberem (1923-1986). Sie umfassen ungefähr 500 Objekte von ca. 10000 Objekten der Bonner Altamerika Sammlung.

Die Sammlung Hermann Trimborn entstand im Zuge der Gründung des Seminars für Völkerkunde und heutigen Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie im Jahr 1948. Trimborn, erster Direktor des Seminars, brachte durch Schenkung und auf Expeditionen ins südamerikanische Hochland und nach Mittelamerika erworbene ethnographische und archäologische Objekte nach Bonn. Dazu zählt unter anderem die hier gezeigte Reibschale in Form eines Jaguars aus vulkanischem Gestein, die aus Costa Rica stammt. Einige der Objekte Trimborns sind organischen Materials, wie beispielsweise Boden- oder Samenproben, die ihm zum Teil auch per Post von anderen Forschern übersandt wurden. Einige Objekte aus archäologischen Grabungen, insbesondere aus Ton, sind bis heute nicht inventarisiert.

Reibstein

Reibschale aus Costa Rica, Inv.-Nr. 1258

trimborn schachtel

Schachtel mit Probenanalysen adressiert an Hermann Trimborn, ohne Inv.-Nr.

Die Sammlung Udo Oberem entstand parallel zur Sammlung Trimborn im Rahmen seiner frühen Mitarbeit. 1972 wurde er der Nachfolger seines Mentors. Auch diese Sammlung setzt sich sowohl aus archäologischen als auch ethnographischen Objekten zusammen, wie beispielsweise der hier gezeigte Feuerfächer aus Ost-Ekuador, der von den Quijos verwendet wurde. Oberen war zudem einer der ersten, der sich intensiver mit dieser Ethnie beschäftigte. Die Sammlung Oberem umfasst dabei selbst Objekte, die unmittelbar mit Alexander von Humboldts Beschreibungen von der Neuen Welt in Verbindung stehen. Hierzu zählt etwa die Kalebasse, die den Canelos, einer benachbarten Ethnie der Quijos, einstmals als Behältnis für das Pfeilgift Curare gedient haben soll.

fächer

Feuerfächer der Quijos aus Ekuador, Inv.-Nr. 9
 

Kalebasse 1

Deckeltöpfen (Kalebasse) für Curare Gift der Canelos aus Ekuador, Inv.-Nr. 31 (Abbildung a)

Kalebasse 2

Deckeltöpfen (Kalebasse) für Curare Gift der Canelos aus Ekuador, Inv.-Nr. 31 (Abbildung b)

Die materielle, zeitliche und geographische Bandbreite der Sammlungen Trimborn und Oberem ist damit sehr groß. Sie umfasst organische wie anorganische Materialien und daraus in vorspanischer Zeit, Kolonialzeit und Neuzeit erzeugte Objekte aus Süd- und Mittelamerika. Anhand dieser Objekte lässt sich bereits ansatzweise Humboldts Idee vom Kosmos wiederfinden. Diese Objekte stehen dabei sowohl für eine intensive Befragung von Vergangenheit und Gegenwart als auch für eine Verbindung zu einer Vielzahl von Fachdisziplinen wie Mineralogie, Paläontologie / Zoologie und Ethnologie sowie in vergleichender Hinsicht zur Vor- und Frühgeschichte, zur Kunstgeschichte und zu anderen Disziplinen wie der Ägyptologie.

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