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Was ist Altamerikanistik?

Altamerikanistik ist eine regionale Unterdisziplin der Ethnologie, die auch als "Anthropologie der Amerikas" bezeichnet werden kann. Gegenstand altamerikanistischer Forschung sind die indigenen Gesellschaften des amerikanischen Doppelkontinents, insbesondere Lateinamerikas, von der vorspanischen Vergangenheit bis in die Gegenwart. Während die Ethnologie sich primär mit den gegenwärtigen Kulturen befasst, ist die Altamerikanistik diachron ausgerichtet und deckt die gesamte Bandbreite kultureller Entwicklung, von der Besiedlung und den Anfängen komplexer Gesellschaften über die Eroberungsgeschichte bis hin zu aktuellen politischen und sozialen Prozessen ab. Die Altamerikanistik ist ein interdisziplinäres Fach, das Forschungsansätze aus Ethnologie, Ethnographie, Archäologie, Ethnohistorie, Sprachwissenschaft und anderen Nachbarwissenschaften verknüpft, um kulturelle Entwicklungen nachzuzeichnen und das indigene Amerika in seiner historischen Tiefe zu erschließen.


Das Forschungs- und Lehrfach Altamerikanistik gibt es in dieser Form nur im deutschsprachigen Raum. Traditionell lag der Fokus auf den Kulturarealen des Andenraums und Mesoamerikas. Heute werden indigene Gesellschaften in ganz Lateinamerika berücksichtigt und die Forschungsfelder sind um aktuelle Themen wie Globalisierung oder die kulturellen Auswirkungen von Kolonialisierung und Dekolonialisierung erweitert. Altamerikanistik kann als eigenständiges Fach derzeit nur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität studiert werden.
 

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