Forschung
Auf den folgenden Seiten
stellt die Abteilung für Altamerikanistik ihre Aktivitäten in der Forschung
vor. Die verschiedenen Forschungsprojekte und Qualifikationsarbeiten (laufende Dissertationen und abgeschlossene Magisterarbeiten) zeigen die thematische
Vielfalt der Altamerikanistik in Bonn, die den gesamten amerikanischen
Kontinent erfasst:
- Die an der Abteilung angegliederten archäologischen Forschungsprojekte im Mayagebiet und Andenraum werden und wurden unter Beteiligung von Studierenden durchgeführt.
- In der linguistischen und philologischen Erforschung amerindischer Sprachen weist die Bonner Altamerikanistik eine lange Tradition auf. Die Arbeiten umfassen Sprachbeschreibungen, historische und soziolinguistische Analysen sowie Übersetzungen und Editionen. Seit den neunziger Jahren hat die Abteilung einen Forschungsschwerpunkt in der Maya-Epigraphik, der sich in vielzähligen Publikationen und Abschlussarbeiten niederschlägt und immer wieder Gastwissenschaftler und Studierende nach Bonn zieht.
- Eng an die Sprachforschung geknüpft sind Projekte zur Ethnohistorie des indigenen Amerikas. Hier leisten Bonner Wissenschaftler/-innen und Studierende bei der Erschließung präkolumbischer und kolonialzeitlicher Text- und Bildquellen wichtige Forschungsbeiträge. Andere Untersuchungen der Ethnohistorie widmen sich der Konstruktion von sozialer und kultureller Differenz. Dabei werden die spezifischen Handlungsoptionen der sozialen Akteure in ihren vielfältigen translokalen und globalen Vernetzungen ausgelotet.
- Ein weiterer Schwerpunkt sind Forschungen, in denen das "Prinzip Museum", das heißt der Umgang mit den Objekten der materiellen Kultur sowie die Problematik des "kulturellen Erbes" hinterfragt wird. Eine wichtige Grundlage dieser Untersuchungen sind die Bonner Altamerika-Sammlung (BASA) sowie die zahlreichen weiteren Sammlungen und Museen der Universität Bonn.
- Abschließend ist auf die ethnographische Erforschung der gegenwärtigen Gesellschaften in den Amerikas hinzuweisen, die ebenfalls ein wichtiges Forschungsfeld der Abteilung darstellt. In diesem Zusammenhang werden unter anderem autochthone Glaubenssysteme, orale Traditionen, subalterne Geschichtsdiskurse und die politischen und kulturellen Dynamiken der Amerikas im Spannungsfeld des Lokalen (Städte und Gemeinden) und des Globalen untersucht.
In all diesen Bereichen findet innovative Forschung statt, wobei die Wissenschaftler und Studierenden auf nationaler und internationaler Ebene wissenschaftlich vernetzt sind. Dies zeigt sich nicht nur in konkreten Forschungskooperationen, sondern auch an der Beteiligung bzw. gemeinsamen Ausrichtung von Fachtagungen. Darüber hinaus ist die Abteilung für Altamerikanistik Teil des Kompetenznetz Lateinamerika, das sich aus historischen, ethnologischen und soziologischen Instituten der Universitäten sowie assoziierten Forschern/innen der Universitäten Münster und Hannover zusammensetzt. Das laufende Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und widmet sich den Konzepten "Ethnicity", "Citizenship" und "Belonging", die in inter- und transdisziplinärer Projektzusammenarbeit erforscht werden.
Foto (Kopfzeile): Catherine Letcher Lazo, Foto (Text): Marco Sueño Saldana
